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Ev. Kirchengemeinde Rosbach

Unsere Kirchengemeinde

"Wir wollen Gottes Wort als Zeugen Jesu Christi für andere und mit anderen betend leben – in der Hoffnung, Menschen zum Glauben zu führen.“

So steht es im Leitbild der Evangelischen Kirchengemeinde Rosbach. In der Sprache unserer Zeit drücken wir damit eine zeitlos gültige, zentrale Motivation christlichen Gemeindelebens aus, die auch dem Fühlen, Denken und Handeln der Generationen vor uns Richtschnur gewesen sein wird.

Frühe Zeugnisse der Reformation

Vielleicht hat auch jene Familie in Bellingen, einem kleinen, abgelegenen Ort am Rande der Rosbacher Gemeinde, ähnlich empfunden, die sich eine Bibel in der deutschen Übersetzung Martin Luthers aus dem Jahre 1555 zulegte, als die Reformation in das heutige Windecker Ländchen kam. Diese Bibel, die sich inzwischen in der zwölften Generation im Familienbesitz befindet, ist eine der ältesten Luther-Bibeln im Raum der Rheinischen Kirche und eines der frühesten Zeugnisse für das Wirkens des Reformators in unserer Heimat. Bellingen erlebte die Reformation bereits 1560 und gehörte danach zur reformierten Gemeinde Hamm. Weil sich die Bewohner aber der lutherischen Abendmahlsauffassung („Christus ist in Brot und Wein gegenwärtig“) verbunden fühlten, wechselte das Dorf mit den Ortschaften Opperzau, Au, Halscheid, Geilhausen und Imhausen im 18. Jahrhundert von Hamm zum Kirchspiel Rosbach. Die Überlieferung berichtet vom Durchbruch der Reformation in Rosbach am Fronleichnamstag des Jahres 1571.Während der Prozession soll – mit wenigen Ausnahmen – die gesamte Gemeinde einschließlich ihres Pastors das neue Bekenntnis angenommen haben. Als Beleg für den Wandel in dieser Zeit kann die älteste, 1572 gegossene Glocke im Turm der Salvatorkirche in Rosbach gelten. Ihre Inschrift bezeugt die Veränderungen in Sprache – Deutsch statt Latein – und Text: In reformatorischem Duktus werden Jesus Christus als der lebendige Gottessohn, unser Versöhner, und der ewige, allmächtige Gott in der gewaltigen Dreifaltigkeit angerufen sowie der Heilige Geist um sein beständiges Wirken gebeten.

Ein Schreibfehler und alte urkundliche Spuren

Die Salvatorkirche, wie wir sie heute kennen, ist als barocke Saalkirche in den Jahren 1763 bis 1767 entstanden. Baulicher Zeuge der Vorgängerkirche aus vorreformatorischer Zeit ist der viergeschossige Westturm aus dem 12. Jahrhundert. Erstmals urkundlich bezeugt ist diese Pfarrkirche 1486. Im Jahr 1582 wird sie als ecclesia nostri servatoris Jesu Christi in Roispach aktenkundig. Man nimmt an, dass es aufgrund eines Schreibfehlers „salvator“ statt „servator“ heißen müsse. Die Bezeichnung „Kirche unseres Erlösers Jesu Christi in Rosbach“, wie die Übertragung demnach lautet, deutet mit einiger Wahrscheinlichkeit auf einen Ursprung in merowingischer Zeit (6. bis 7. Jahrhundert) hin, in der die Forschung Salvator-Patrozinien ansiedelt. Auch die ältesten urkundlichen Spuren unserer Heimat lassen christliche Gemeindebildungen im frühen Mittelalter vermuten. Dattenfeld und seine Kirche werden bereits 895 in einer Besitzurkunde des Bonner Cassius-Stiftes erwähnt. Rosbach selbst tritt uns im 12. Jahrhundert erstmals in Dokumenten entgegen. Die 750-Jahr-Feier im Jahr 2000 knüpft an eine spätere Urkunde des Kölner Erzbischofs Konrad von Hochstaden von 1250 an.

Grenzlage und widerstreitende Interessen

Bis heute ist unser Heimatraum konfessionell kleinräumig und heterogen strukturiert. Er spiegelt damit trotz mannigfaltiger Veränderungen vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg immer noch komplizierte politische und kirchliche Entwicklungen wider, die zum Teil in der Jahrhundertelangen Grenzlage zwischen widerstreitenden Territorien und Interessen ihre Ursache haben.
So erstreckt sich die Evangelische Kirchengemeinde Rosbach heute über ein Gebiet, das die alten Kirchspiele Rosbach (evangelisch) und Dattenfeld (katholisch) umfasst. In Dattenfeld, wo die Reformation nie zum Durchbruch gelangte, bildete sich erst infolge der Bevölkerungsbewegungen der Nachkriegszeit ein evangelisches Gemeindeleben, das seit 1967 in der neu erbauten Johanneskirche eine Heimstatt hat.

Auch die Friedenskirche in Schladern ist erst nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden und zeugt gleichfalls von demografischen Veränderungen. Unter maßgeblicher Mitwirkung eines örtlichen Kirchbauvereins wurde in den 1950er-Jahren ein landwirtschaftliches Gebäude zum Gotteshaus umgebaut. Auch heute noch tragen die Gemeindemitglieder in Schladern durch den Kirchbauverein entscheidend zum Fortbestand ihrer Kirche bei. Die schmucken Fenster der kleinen Schladerner Kirche wurden übrigens nach Entwürfen von Werner Erdmann gefertigt. Als Holzbildhauer hat der langjährige Rosbacher Pfarrer auch eine Skulptur für das in den 1990er-Jahren errichtete Gemeindezentrum in Öttershagen geschaffen.

Die Salvatorkirche in Rosbach, die Johanneskirche in Dattenfeld und die Auferstehungskirche Öttershagen bilden jeweils den Mittelpunkt der drei Pfarrbezirke Dattenfeld, Rosbach und Höhenbezirk (mit den am Rosbach gelegenen Orten und einigen der von Hamm nach Rosbach gewechselten Ortschaften), in die unsere Gemeinde aufgeteilt ist. Hier sowie in Schladern, Opperzau und Halscheid finden regelmäßige Sonntagsgottesdienste statt. In zwei weiteren Predigtstätten gibt es Wochengottesdienste und Andachten.

Ein zentrales Anliegen

Die Evangelische Kirchengemeinde Rosbach versteht sich als eine missionarische Kirchengemeinde. Im Rahmen eines Leitbildprozesses hat sich die Gemeinde auf den eingangs bereits erwähnten Leitsatz als Grundlage der Gemeindeentwicklung geeinigt. Er lautet vollständig:

„In der Gemeinschaft unserer Kirchengemeinde leben wir sichtbar den Glauben an Jesus Christus. Wir wollen Gottes Wort als Zeugen Jesu Christi für andere und mit anderen betend leben – in der Hoffnung, Menschen zum Glauben zu führen.“

Die Bibel als Wort Gottes und die persönliche Beziehung zu unserem Herrn Jesus Christus stehen im Zentrum. Dadurch ist auch unsere Gemeindearbeit gebunden an die Zielsetzung durch Gott, wie er sich uns in der Heiligen Schrift und in Jesus Christus offenbart. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, Menschen zu einem Leben mit Gott einzuladen und sie darin zu begleiten. Dabei hat die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen für uns einen besonders hohen Stellenwert. Als Gemeinde Jesu möchten wir die Gemeinschaft mit Gott und untereinander leben (Apostelgeschichte 2, 42).
Das Gemeindeleben wird neben den Gottesdiensten durch eine Vielzahl von Hauskreisen geprägt. In zahlreichen Gruppen der Frauenhilfe, Seniorentreff, Seniorenmännertreff, Männerkreis, Frauenabendkreis, Frauengesprächskreis, Handarbeitskreis, Mitarbeiterkreis, Bibelstunden, Jungschar, Jugendtreff, Einradworkshop, Mutter-Kind-Kreis, Eltern-Kind-Treff sowie den musikalischen Gruppen (Kantorei, Posaunenchor, Bläserkreis, Backstubenchor, Singkreis, Kinderchor, Kinder- und Jugendbands „SMS“ und „Indikator“) treffen sich regelmäßig Gemeindemitglieder, Freunde und Besucher. Sie erleben in Freizeiten, dass diese Gemeinschaft über eine „christliche Grundversorgung“ hinausgeht.

Ein zentraler Ort

Im Jahr 1982 wurde das ehemalige Café Puderbach am Kirchplatz für die Kirchengemeinde erworben. Das Gebäude ist seitdem als „Backstube“ Synonym für Jugendarbeit und Treffpunkt für Jugend und Gemeinde. Persönlicher Einsatz in Umgestaltung und Umbau der Räumlichkeiten setzt sich bis heute im persönlichen ehrenamtlichen Engagement vieler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fort. Der Samstagabend ist „Backstubenabend“. Junge Menschen sind eingeladen, über Lebens- und Glaubensfragen nachzudenken. Sonntags findet hier das Kirchencafé statt.

Ein zentrales Wochenende

Jährlich feiern wir im März ein Missionsfest mit Missionaren der Deutschen Missionsgemeinschaft (DMG). Dieses Fest beginnt samstags mit einem bunten Missionsabend in der Kirche, der die missionarische Arbeit transparent macht. Die DMG-Mitarbeiter berichten in eindrucksvoller Weise aus ihrem Wirken. Die jährlich wechselnden Themen des Festes werden aus der Sicht der Missionare und deren Erleben in den Einsatzländern sehr professionell umgesetzt.
Gottesdienste bestimmen den  Sonntagvormittag. Die Missionare gestalten sie mit und berichten von lebendigem Gemeindeaufbau. Gemeinsames Mittagessen, Seminare am Nachmittag und Kaffeetrinken mit anschließender Festversammlung sowie das Kindermissionsfest sind besondere Höhepunkte. Das Missionsfest ist ein Wochenende, an dem klar wird, dass Mission nicht nur etwas mit der weiten Welt, sondern ganz praktisch mit unserem Gemeindeleben zu tun hat.

Eine zentrale Aufgabe

Im Jahr 2006 hat die Evangelische Kirchengemeinde Rosbach die Stiftung „Empfangen–Danken–Teilen“ errichtet. Der Name der Stiftung ist Programm: Sie soll die kirchliche und diakonische Arbeit der Gemeinde fördern. Eine lebendige Gemeinde ist auf das Engagement der Gemeindeglieder angewiesen. Die Stiftung ist eine Möglichkeit, in Bereichen, deren Finanzierung ansonsten nicht sicher ist, neue Perspektiven für materielle Unterstützung zu schaffen. Mit einer Spende, einer Zustiftung, einem Vermächtnis oder einer Erbschaft zugunsten der Stiftung „Empfangen – Danken – Teilen“ wird die diakonische Arbeit für Menschen in Notlagen direkt unterstützt. Die Namen der Stifterinnen und Stifter bleiben bei einem Vermächtnis oder einer Erbschaft auf Dauer mit der Stiftung verbunden.

Rainer Land, Uschi Nohl, Presbyter

Tageslosung

Tageslosung von Dienstag, 21. November 2017
Wohl dem, der barmherzig ist und gerne leiht und das Seine tut, wie es recht ist!
Wie ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, so tut ihnen auch!

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